Richtig zitieren für die Bachelor- und Masterarbeit

Zuerst geht es bei der Anfertigung einer Bachelor- und Masterarbei darum, relevante Quellen zu finden und diese zu dokumentieren.

Die Quellen sollen die Aufstellung einer These zulassen bzw. diese untermauern.

Klar, dass somit nur die wichtigsten und thematisch einschlägigen Bücher oder Artikel in die Liste aufgenommen werden.

Scheinbar wird darin alles gesagt – Sie müssen dennoch einen eigenen Text erstellen und dürfen die vorhandenen Quellen nicht einfach umformulieren. 

Warum zitieren?

Niemand darf sich mit den sprichwörtlichen fremden Federn schmücken, daher ist das Zitieren wichtig.

Eine Ausnahme von der Zitierpflicht gibt es nur, wenn allgemein bekanntes Wissen auf einem Fachgebiet angesprochen wird.
Das Gedankengut, welches von anderen Wissenschaftlern übernommen wird, muss entsprechend gekennzeichnet werden.

Es geht um

Haken Ehrlichkeit: Die Urheber von Ideen und Ergebnissen müssen genannt werden, ansonsten dürfen die Quellen nicht verwendet werden. Es würde sich um verbotene Plagiate handeln. 
Haken Klarstellung: Die eigene Leistung muss in der Arbeit verdeutlicht werden. Das ist aber nur möglich, wenn fremde Leistungen gekennzeichnet werden. 
Haken Sicherheit: Fehlinterpretationen aus Quellen und eventuell übernommene Fehler aus den Quellen können nur durch das Zitieren erkennbar werden. 
Haken Nachvollziehbarkeit: Der Leser muss imstande sein, verwendete Quellen ebenfalls zu finden und hier den Wortlaut nachlesen zu können. 

Für das Zitieren gibt es daher sowohl formale als auch inhaltliche Vorschriften, die in der wissenschaftlichen Arbeit zwingend eingehalten werden müssen. Dabei können unterschiedliche Varianten der Zitiertechnik eingesetzt werden. Wichtig ist nur, dass innerhalb einer wissenschaftlichen Arbeit immer nur eine Zitiertechnik verwendet wird. 

richtig Zitieren

Was ist ein Zitat?

Als Zitate werden die wörtlich oder sinngemäß übernommenen Aussagen und geistigen Leistungen anderer Menschen bezeichnet.

Das können sowohl Worte, Gedanken und Meinungen als auch Töne und Bilder sein.
Als Quellen hingegen werden die Fundstellen der Zitate bezeichnet.
Geht es um zitierfähige Quellen, so müssen diese in der Regel veröffentlicht worden sein.

Nur in Sonderfällen sind Aussagen Dritter als Zitat einzustufen.
Auch Haus- oder Studienarbeiten, die von einem Dritten nur schwer zu beschaffen sind, können nicht als Zitate verwendet werden, denn der Grundsatz der Nachvollziehbarkeit ist hier nicht gegeben.
Solche Quellen dürfen nur ausnahmsweise verwendet werden und müssen im Anhang so gut wie möglich dokumentiert werden. 

Zitate und Aussagen über Literatur müssen im eigenen Text schlüssig eingearbeitet werden. Des Weiteren dürfen Zitate nicht sinnverändert verwendet werden. 

Wichtig ist zudem, dass jedes Zitat als solches erkennbar ist und dass Anfang und Ende desselben gekennzeichnet werden. Die genaue Fundstelle muss genannt werden. 

Teilweise werden Sekundärzitate verwendet.
Eigentlich müssen Zitate aus der Originalquelle stammen, doch wenn diese nicht oder nur schwer zugänglich ist, kann das betreffende Zitat auch aus einer weiteren Fundstelle entnommen werden.
Dieses Sekundärzitat muss allerdings in der Fußnote erkennbar gemacht werden. 

Wörtliche Zitate richtig verwenden

Werden Aussagen Dritter unverändert übernommen, so handelt es sich um wörtliche Zitate, die entsprechend gekennzeichnet werden müssen.

Wie bei der wörtlichen Rede müssen Anführungszeichen gesetzt werden.
In der Quellenangabe wird der Name des Urhebers an erster Stelle genannt, die Quellenangaben werden buchstabengetreu und unverfälscht gemacht. 

Ab und zu kann es vorkommen, dass sich ein Rechtschreibfehler in der Originalquelle eingeschlichen hat.
Dieser ist in eckigen Klammen zu kennzeichnen, meist wird hier ein Ausrufezeichen gesetzt.

Ebenfalls in eckige Klammern gesetzt werden Einfügungen, Ergänzungen oder Zusätze, die bei der Verwendung des Zitats für das bessere Verständnis beim Leser sorgen sollen.
Teilweise bezieht sich das Zitat auf einen Satz, der in der eigenen Arbeit nicht verwendet wird, dann muss dieser Ergänzung vorgenommen werden.
Das gilt auch für eigene oder weggelassene Hervorhebungen im Zitat. 

Fragen gibt es immer wieder bezüglich der Interpunktion im Zitat – diese darf dem eigenen Text angepasst werden. 

Sind Auslassungen im Zitat nötig, so werden diese durch Punkte gekennzeichnet.
Zwei Punkte stehen dabei für ein ausgelassenes Wort, drei Punkte für mehr als ein Wort. 

Ein Zitat soll nicht mehr als zwei bis drei Sätze umfassen. Für längere Zitate gilt, dass diese in kleinerer Schrift zu schreiben sind und bestenfalls eingerückt werden.
Außerdem dürfen sie engzeiliger geschrieben werden. 

Werden fremdsprachige Zitate verwendet, so sollen diese in übersetzter Form eingebaut werden. In der Fußnote sind sie dann im Original anzugeben. 

Sinngemäße Zitate verwenden

Als indirektes Zitat wird die Anlehnung an Gedanken anderer Autoren bezeichnet.
Ein derartiger Text wird nicht in Anführungszeichen gesetzt.

Für die Quellenangabe gilt, dass hier mit dem Kürzel „vgl.“ begonnen wird – im Gegensatz zum wörtlichen Zitat, wo dieses Kürzel keinesfalls stehen darf.

Möglich ist bei sinngemäßen Zitaten auch der Hinweis „In Anlehnung an …“ oder „Sinngemäß übernommen von …“.

In jedem Fall muss deutlich erkennbar sein, wo Anfang und Ende des verwendeten Gedankenguts liegen.

Ist das Zitat sehr lang, muss dennoch das Fußnotenzeichen am Ende stehen, wobei es nicht hinter einer Überschrift platziert werden darf. 

Wichtig:
Es muss in der wissenschaftlichen Arbeit eine exakte Unterscheidung zwischen der direkten und der indirekten Zitierweise erkennbar sein.
Ist das nicht der Fall, kann das sogar zur Abwertung der gesamten Arbeit führen, weil gegen die Grundregeln des wissenschaftlichen Arbeitens verstoßen wurde.


Arbeiten mit Querverweisen

In einer wissenschaftlichen Arbeit darf natürlich auf andere Autoren ebenso wie auf eigene Aussagen verwiesen werden.

Das ist zum Beispiel dann nötig, wenn unnötige Wiederholungen vermieden werden sollen.
Solche Querverweise werden zum Beispiel mit „Siehe dazu auch …“ angegeben.

Oftmals sind Querverweise schon aus dem Grund sinnvoll, weil sie das inhaltliche Verständnis der Arbeit fördern und den Ablauf der gesamten Argumentation stützen.

Allerdings dürfen Querverweise nicht zu häufig gesetzt werden, dies deutet auf eine zu lange Gliederung hin. Inhaltliche Verweise und indirekte Zitate sind deutlich voneinander unterscheidbar zu halten!

Sachliche Anmerkungen sinnvoll einarbeiten

Teilweise ist es nötig, zusätzliche Anmerkungen in den Text zu integrieren, damit das Leseverständnis verbessert wird.

Wenn die Gefahr besteht, dass zusätzliche Informationen den Lesefluss stören oder den Text künstlich aufblähen, ist die Unterbringung der Anmerkung in der Fußnote sinnvoll.

Solche Anmerkungen werden dann mit „Vgl. hierzu vertiefend …“ oder „Anderer Auffassung ist …“ eingeleitet und können Beispiele, ergänzende Zitate oder technische Hinweise enthalten. 

Die richtige Fußnotentechnik

Fußnoten sollen das Gesagte unterstreichen oder erläutern.
Sie werden am unteren Seitenrand platziert und müssen bestimmten Anforderungen genügen.

Das Fußnotenzeichen selbst ist eine kleine Zahl, die hochgestellt in den Text eingefügt wird.
Sie ist einen Schriftgrad kleiner als der eigentliche Text.

Grundsätzlich steht die Fußnote immer am Ende des Zitats oder der inhaltlichen Verweise.
Werden indirekte Zitate verwendet, so wird das Fußnotenzeichen vor oder nach dem Satzzeichen angebracht.

Bei direkten Zitaten hingegen werden die Fußnotenzeichen hinter dem letzten Anführungszeichen – dieses, welches das Zitat schließt – gesetzt. 

An Fußnoten werden bestimmte Formvorschriften gestellt: 
Haken Sie beginnen mit der hochgestellten Zahl der betreffenden Fußnote. 
Haken Der Fußnotentext ist ein Satz. 
Haken Fußnoten werden vom Text durch einen Strich abgetrennt. 
Haken Der Zeilenabstand ist einzeilig.
Haken Zwischen den Fußnoten muss ein Absatzabstand vorhanden sein. 
Haken Fußnoten sollten auf einer Seite stehen. 
Haken Fußnoten werden komplett durchnummeriert. 
Haken Am Ende der Arbeit steht kein Fußnotenverzeichnis.

Übrigens werden auch Quellenangaben für zitierte Quellen in Fußnoten angegeben.

Hierbei beginnen indirekte Zitate mit einem „Vgl.“, direkte Zitate bekommen keinen solchen Zusatz.

Darstellungen werden mit „Quelle: …“ eingeleitet, wobei diese nicht in einer Fußnote erfasst werden, sondern die Angaben stehen direkt unter der Tabelle oder Abbildung. Sekundärquellen werden mit „zitiert bei/zitiert nach …“ begonnen. 

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