Die Gestaltung der Bachelor- und Masterarbeit


Der äußere Eindruck einer Bachelor- oder Masterarbeit ist durchaus relevant:
Von ihm hängt das Wohlwollen des Lesers – und damit des Prüfenden – ab.

Eine schlechte äußere Form kann daher sogar zur Abwertung der gesamten Bachelor- oder Masterarbeit führen.

Dabei ist es nicht schwer, einige Details zu berücksichtigen, die aus einer bloßen Zusammenstellung von Informationen eine auch äußerlich ansprechende wissenschaftliche Arbeit werden lassen. 

Allgemeine Formvorschriften und spezifische Details

Wer eine Bachelor- oder Masterarbeit im Rahmen des Studiums oder als Abschlussarbeit schreibt, muss sich nicht nur mit den allgemeinen Formvorschriften abplagen, sondern er muss teilweise auch die institutsinternen Details berücksichtigen.

So mancher Professor sieht eine Arbeit gern in festgelegter Art und Weise und wünscht, dass die Arbeit in der von ihm festgelegten Form vorgelegt wird.

Im Sinne der gewünschten guten Bewertung ist es daher ratsam, sich an diese Vorgaben zu halten, auch wenn sie vielleicht allgemeinen Vorschriften zumindest teilweise widersprechen.

Die im Folgenden beschriebenen Standards haben sich in der Praxis bewährt, gelten aber nicht als Nonplusultra und können im Einzelfall anders ausgelegt oder weggelassen werden.
Eine blinde Anwendung der Vorgaben ist daher nicht zu empfehlen.

Wichtig:
Auch bei der Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit gilt der alte Spruch, dass in anderen Ländern andere Sitten herrschen.

Das bedeutet, dass sich die Formvorschriften an einer ausländischen Hochschule durchaus von denen hierzulande unterscheiden können.
Wer also die Arbeit im Ausland abgeben möchte, sollte sich nach den dortigen Vorgaben erkundigen und diese berücksichtigen. 

Die äußere Gestaltungsmöglichkeiten

Die folgende Tabelle zeigt, welche äußerlichen Gestaltungsmöglichkeiten Sie haben und worauf Sie im Einzelfall achten sollten:

Anzahl der Exemplare

- Hausarbeiten: ein Exemplar für den Prüfer und eine Kopie der Datei
- Bachelor-/Masterarbeit: drei Exemplare für das Prüfungsamt, ein Exemplar für den Prüfer, eine Kopie der Datei

Einband


- Hausarbeiten oder Präsentationen können in einen Schnellhefter eingeheftet werden, eine Spiralbindung ist nicht nötig
- Bachelor- und Masterarbeit werden gebunden, dabei wird ein durchsichtiger Deckel gefordert, hier wiederum sollen Thema und Verfasser erkennbar sein

Papier

- Geschrieben wird auf A4 mit einer Grammatur von 80 g, einseitig beschrieben

Randbreite

- Mit dem Prüfer absprechen
- Bei gebundenen Arbeiten den Beschnitt einkalkulieren!

Schreibregeln


- Geschrieben wird nach DIN 5008
- Bei Seiten im Querformat: Kopf zum Heftrand ordnen

Schriftart


- Keine Schnörkelschriften
- Schrift muss angenehm und einfach zu lesen sein
- Auf einheitliche Schriftart achten!

Schriftgröße

- Elf bis zwölf Punkt



Zu den Vorgaben für die äußere Gestaltung zählt auch die Aufteilung jeder einzelnen Seite. Das heißt, dass der Zeilen- und Absatzabstand ebenfalls berücksichtigt werden muss.
In der Regel wird einzeilig geschrieben, einige Prüfer verlangen den 1,5-zeiligen Abstand. Fragen Sie hier besser vor der Anfertigung der Arbeit bei Ihrem Betreuer nach. 

Zwischen den Absätzen wird ein Abstand gewählt, der doppelt so groß ist wie zwischen den Zeilen. Vor einer Überschrift wird der Abstand größer gesetzt als danach. 

Die Absätze werden in der Regel als Block formatiert, flatternde Ränder sind nicht erwünscht. Werden Worttrennungen am Zeilenende nötig, achten Sie besonders auf deren Sinn: Ein Textverarbeitungsprogramm setzt die Trennungen gern einmal in der Art, dass einzelne Buchstaben übrig bleiben oder das Lesen damit unheimlich erschwert wird, weil die Trennung des Wortes einfach keinen Sinn ergibt. 

Reihenfolgen und Seitenzählungen

Es werden in der Arbeit alle Seiten gezählt – jedoch nicht alle Seitenzahlen geschrieben. So wird das Titelblatt mitgezählt, jedoch befindet sich dort natürlich keine Seitenzahl.

Eine römische Zählung erfolgt vom Titelblatt bis zum Beginn des Textes, die arabische Zählung von der ersten Seite des Textes bis zur letzten Seite der gesamten wissenschaftlichen Arbeit. 

Die Blätter werden einseitig beschrieben – natürlich wird die nicht beschriebene Seite nicht mitgezählt. Wird jedoch ein beidseitiger Druck verwendet, so werden auch leere Rückseiten erfasst.

Ungerade Seitenzahlen befinden sich immer auf der rechten Seite. 
Die genaue Reihenfolge der Bestandteile der Arbeit klären Sie bitte vorab mit dem Prüfer. 

Wie sieht das Titelblatt der Bachelor- und Masterarbeit aus?

Für das Titel- oder Deckblatt gibt es einige Mindestvorgaben, die einzuhalten sind.

So müssen sich die folgenden Informationen darauf befinden: 
Haken Name der Hochschule
Haken Fachbereich, Institut, Fakultät, Seminar
Haken Semester
Haken Art der Arbeit
Haken Thema und Unterthema
Haken Name des Prüfers
Haken Name des Verfassers
Haken Matrikelnummer 
Haken Studiengang und Fachrichtung
Haken Semester des Verfassers
Haken Studienadresse mit Telefon und E-Mail
Haken Ort und Abgabedatum

In einigen Fällen haben die Institutionen hausinterne Merkblätter zu vergeben, auf denen die genaue Gestaltung des Deckblattes festgesetzt ist.
Ist das der Fall, richten Sie sich bitte nach diesen Vorgaben. 

Wenn die Arbeit in Kooperation mit einem Unternehmen angefertigt wird, kann ein Sperrvermerk sinnvoll sein. Dann dürfen die Erkenntnisse aus der Arbeit von Dritten nicht verwendet werden. 

Vortext und Vorwort

Als Vortext wird eine Ausführung bezeichnet, die der Arbeit an sich vorausgeht.
Das kann ein Motto oder ein Sprichwort sein, auch eine Widmung oder ein Geleitwort ist denkbar.

Zu den Vortexten zählen aber auch das Abstract und das Vorwort.
Verfasser und Arbeit werden durch die Vortexte quasi miteinander verbunden, diese Texte gehören noch nicht zur eigentlichen wissenschaftlichen Arbeit. Genau genommen gehören sie auch nicht in eine normale Arbeit eines Studenten, sondern in Dissertationen. 

Das Vorwort gilt als Vorbemerkung und darf daher nicht zu lang werden – maximal eine Seite ist dafür vorgesehen. Enthalten sind darin persönliche Worte des Verfassers, der sich hier zum Beispiel zu Hilfen oder der Entstehung der Arbeit äußert. Zur Gliederung gehören weder Vortexte noch Vorwort. 

Das Abstract ist eine kurze Zusammenfassung der Arbeit und stellt für den Leser eine Hilfe bei der Entscheidung dar, ob er die Arbeit überhaupt lesen soll oder ob das Thema für ihn nicht relevant ist.
Das Abstract kann erst nach Fertigstellung der Arbeit geschrieben werden, weil aus allen Bestandteilen derselben kurze Aspekte Erwähnung finden müssen. Länger als ein bis zwei Seiten darf das Abstract aber nicht werden. 

Das Inhaltsverzeichnis der Bachelor- und Masterarbeit

Das Inhaltsverzeichnis ist für den Leser eine unverzichtbare Hilfe beim Auffinden der einzelnen Kapitel und Unterkapitel einer wissenschaftlichen Arbeit.

Es spiegelt damit praktisch den Aufbau der Arbeit und enthält alle wesentlichen Elemente derselben.
Positioniert wird es direkt nach dem Titelblatt.

Wichtig:
Die Überschriften, die im Textteil zu finden sind, müssen sich wörtlich im Inhaltsverzeichnis sowie in den übrigen Verzeichnissen wiederfinden. Satzzeichen werden nicht gesetzt. Seitenangaben sind aber natürlich nötig. 

Die einzelnen Gliederungspunkte sind im Inhaltsverzeichnis sinnvoll und übersichtlich anzuordnen, ein bündiges Einrücken ist entsprechend der Bedeutung der einzelnen Teile nötig.

Das bedeutet, dass gleichrangige Überschriften auch auf der gleichen vertikalen Fluchtlinie stehen müssen. Ist das Inhaltsverzeichnis übersichtlich geordnet, können sich Ränge und Bedeutungen leichter erschließen lassen, außerdem sind die Schwerpunkte der Arbeit sofort erkennbar.
Zu weite Einrückungen sind zu vermeiden, daher sollten Sie nicht mehr als drei Gliederungsebenen festlegen. 

Anhänge und Verzeichnisse

Ergänzende Materialien und Dokumente gehören in den Anhang der wissenschaftlichen Arbeit.

Diese Anlagen müssen dem besseren Verständnis der Arbeit dienen, ansonsten sind sie nicht wichtig.
Der Anhang selbst wird direkt nach dem Text platziert und es muss ein Verzeichnis über die Bestandteile des Anhangs angefügt werden.
Dieses setzt sich aus Informationen zur Anhangnummer, zur Überschrift und zur Seitenzahl des Anhangs zusammen. 

Ein solches Verzeichnis muss aber auch für einzelne Darstellungen angefertigt werden.

Dazu gehören Abbildungen ebenso wie Tabellen.

Die Darstellungen sollen sich dabei immer auf das Wesentliche fokussieren und nicht in grafische Spielereien ausarten. Im Text der Arbeit muss auf die jeweilige Darstellung Bezug genommen werden. 

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