Das Wissenschaftslektorat

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Das Wissenschaftslektorat stellt eine Besonderheit innerhalb des Lektoratswesens dar, beschäftigt es sich doch in erster Linie nur mit Arbeiten aus dem Forschungs- und Wissenschaftsbereich.

Zu den Auftraggebern der Wissenschaftslektoren zählen Professoren und Forschungsleiter ebenso wie Studenten, die an einer Hausarbeit oder ihrer Abschlussarbeit für das Studium sitzen.

Fachlich ist das Wissenschaftslektorat daher auf den Bereich begrenzt, in dem der Lektor das entsprechende Wissen mitbringt, was er in der Regel durch ein eigenes Studium erworben hat. 


Aufgaben des freien Wissenschaftslektors

Der Wissenschaftslektor kümmert sich um die gleichen Aufgaben, die auch ein normales Lektorat übernimmt.

© Manuel Tennert - Fotolia.com

WissenschaftslektoratDas heißt, er übernimmt das inhaltliche Lektorat und prüft die Plausibilität der verwendeten Datensätze.

Er nimmt nötigenfalls eine Strukturierung des Textes vor oder kontrolliert die vom Autor gegebene Strukturierung auf ihren Sinn und auf eine mögliche Veränderbarkeit.

Dazu kommt die Überprüfung der sprachlichen Seite des Manuskripts.

Sprachstil und die Einhaltung der wissenschaftlichen Schreibweise sowie der richtigen Zitiertechnik werden begutachtet.

Mit in die Korrektur einbezogen werden Quellenangaben und Fußnoten, die in wissenschaftlichen Arbeiten oft in großen Mengen vorkommen. 

All diese Tätigkeiten übernimmt ein Wissenschaftslektor ebenso wie ein Lektor, der Bücher redigiert.

Lediglich die Art der Texte unterscheidet sich, denn für den Wissenschaftslektor kommen nur wissenschaftliche Texte zur Begutachtung in Frage.

Dabei unterliegt er jedoch besonders hohen Anforderungen, muss er sich doch um die wissenschaftsethische Forderung nach einer unbedingten Einhaltung der Wahrheit bemühen.

Selbst dann, wenn der Lektor unter wirtschaftlichem oder politischem Druck steht, muss er sicherstellen, dass der Wahrheitstreue Genüge getan wird.

Außerdem gehört zu seinen Aufgaben die Sicherstellung der Nachvollziehbarkeit der Arbeitsschritte, die zu dem vorliegenden Arbeitsergebnis in der Publikation geführt haben. 

Der Wissenschaftslektor hilft dem Autor einer wissenschaftlichen Facharbeit dabei, diese verlegen zu lassen.

Das heißt, er wird dem Autor bei der Suche nach einem geeigneten Verlag zur Seite stehen und sich um die Vertragsverhandlungen kümmern.

Auch in Bezug auf den Druck steht der Wissenschaftslektor dem Autor hilfreich zur Seite und kümmert sich um die Auswahl der Druckerei, um die Art der Bindung und um weitere Aspekte, die auf dem Weg hin zu einer fertigen Publikation anfallen.

Dabei geschieht natürlich alles in Absprache mit dem Autor, der den Wissenschaftslektor zu seinen Handlungen bevollmächtigt. 

Arbeitsbedingungen und Arbeitsumgebung

Im Wissenschaftslektorat muss teilweise unter starkem Druck gearbeitet werden, da Beiträge zu Fachzeitschriften in der Regel zu einem bestimmten Termin fertiggestellt sein müssen.

Dabei wird die meiste Arbeit im heimischen Büro am Bildschirm vorgenommen, teilweise werden auch Kundentermine außerhalb wahrgenommen.

Für viele Wissenschaftslektoren sind Buchmessen, auf denen Sach- und Fachbücher ausgestellt werden, wichtige Informations- und Kontaktquellen. 

Für ein Wissenschaftslektorat kommt es wie bei keinem anderen darauf an, die sprachlichen Regelungen höchst genau einzuhalten, denn gerade bei wissenschaftlichen Fachwerken wird seitens der Leser auf jedes Detail geachtet.

Neben der sprachlichen Richtigkeit muss auf die genauen und unmissverständlichen Formulierungen sowie auf die Einheitlichkeit der Schreibweisen geachtet werden. Dies fordert eine enorme Konzentration von einem Wissenschaftslektor. 


Zugang zum Beruf des Wissenschaftslektors

Häufig sind Seiteneinsteiger als Wissenschaftslektor tätig.

Es kommt bei diesem Beruf ganz besonders darauf an, das sprachliche Wissen mit dem Fachwissen unter einen Hut zu bekommen.

In erster Linie ist das Fachwissen wichtig, daher haben viele Wissenschaftslektoren selbst einen wissenschaftlichen Hintergrund und oft selbst auch auf ihrem Fachgebiet promoviert.

Durch Weiterbildungen und Qualifikationen, die das eigene sprachliche Können fördern, ist der Einstieg in den Beruf des Wissenschaftslektors möglich.

Wer jedoch ein sprachwissenschaftliches Studium hat und zum Beispiel naturwissenschaftliche Manuskripte redigieren möchte, hat es ungleich schwerer.

Hier fehlt einfach das nötige fachliche Hintergrundwissen.
In jedem Fall ist ein Volontariat in einem Wissenschaftslektorat zu empfehlen. 


Zu bearbeitende Medien und Textsorten

Wissenschaftslektoren beschäftigen sich mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

Diese erscheinen in Fachzeitschriften, in Monografien, in Lexika und Handbüchern.

Neben der Begutachtung und Korrektur solcher Fachbeiträge werden auch Abschlussarbeiten von Studenten und Promovenden, aber auch von Habilitanden unter die Lupe genommen.

Je nach Umfang des Auftrags geht es dabei darum, nur die inhaltliche, formelle und sprachliche Seite der Vorlage zu korrigieren oder den Entwurf zusammen mit dem Autor bis hin zu der Veröffentlichung zu begleiten. 


Kooperationen mit anderen Freiberuflern

Häufig arbeiten Wissenschaftslektoren mit anderen Freiberuflern zusammen.

Sie kooperieren zum Beispiel mit einem Übersetzer und korrigieren die übersetzten Fachbeiträge.

Dabei halten Sie engen Kontakt zum Übersetzer, der Änderungen oft selbst am Manuskript vornimmt. 

Teilweise setzen sich Wissenschaftslektoren mit Grafikern auseinander, wenn in einer wissenschaftlichen Arbeit komplexe grafische Darstellungen eingebracht werden sollen und diese einer Korrektur bedürfen.

Sie wählen in dem Fall den Grafiker meist nicht selbst aus, sondern arbeiten mit demjenigen zusammen, der bereits an der Erstellung des Manuskripts mitgewirkt hat.

Ab und zu kooperieren die Wissenschaftslektoren mit einem Literaturagenten, wenn sie einem Autor zu einem Verlag verhelfen möchten und die nötigen Kontakte über den Agenten herstellen wollen. 

Autor:

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