Für den Freiberufler, der am Anfang seiner freiberuflichen Tätigkeit steht, stellt sich die Frage nach der richtigen Krankenversicherung.

Dabei gibt es natürlich kein Richtig oder Falsch, aber die Entscheidung des Einen kann für einen anderen gänzlich unpassend sein.
Die Qual der Wahl steht zwischen der gesetzlichen Krankenkasse und der privaten Krankenversicherung.
Es gibt einige Punkte zu beachten, ehe die Entscheidung für oder gegen die jeweilige Variante getroffen wird:
- Die privaten Krankenversicherungen werben immer mit günstigen Beiträgen. Allerdings beziehen sich deren Beispielrechnungen in der Regel auf junge Menschen. Die Beiträge steigen allerdings rapide an, je älter der Antragsteller ist. Der 56jährige Freiberufler zahlt daher unter Umständen das Dreifache von dem, was der 25jährige Beitragszahler übernimmt.
- Lektorinnen sollten beachten, dass in der privaten Krankenversicherung die Beiträge für Frauen teilweise um deutlich mehr als die Hälfte höher liegen, als die für Männer.
- Die Familienversicherung ist für privat Versicherte nicht möglich. Der Ehepartner muss genauso wie die Kinder einen eigenen Beitrag entrichten, es gibt dabei auch keine Ermäßigungen, nur, weil es schon ein zahlendes Mitglied gibt. Wer Kranken- oder Mutterschaftsgeld in Anspruch nehmen möchte, muss dafür extra Beiträge zahlen.
- Die Beiträge fallen immer an, also auch dann, wenn das Einkommen sinkt, weil beispielsweise im Lektorat keine Aufträge mehr vorhanden sind. Wer ein Jahr Pause einlegen möchte, muss ebenfalls weiter seine Beiträge zahlen.
- Ältere Menschen müssen häufig damit rechnen, dass die Beiträge rapide angehoben werden, weil neue Leistungspakete eingesetzt werden.
- Die Entscheidung für die private Krankenversicherung ist eine Entscheidung fürs Leben.
Natürlich hat die private Krankenversicherung für Freiberufler nicht nur Nachteile, auch wenn die Liste eben den Anschein erwecken könnte.
Dem gegenüber steht die bessere Behandlung und die Freiheit bei der Arztwahl. Über die verschiedenen Tarife kann fast jeder Versicherungswunsch abgedeckt werden.
Die Entscheidung will nur eben gut überlegt sein, denn der Schritt kann unter Umständen nie mehr rückgängig gemacht werden. Überlegt werden sollte auch, ob die momentane Ersparnis bei den Beiträgen wirklich in dem Maße ausreichend ist, um eventuelle Kosten später zu decken und nicht mehr vom Solidarprinzip der gesetzlichen Krankenkassen profitieren zu können.
© lektorat.de Infosysteme – Powered by WordPress – Design: Vlad (aka Perun)