Für Freiberufler ist es sinnvoll, freiwillig in die Arbeitslosenversicherung einzuzahlen, andernfalls stehen sie ohne einen Cent da, wenn sie ihren Job aufgeben müssen.
Doch nun wurde beschlossen, dass die Freien künftig mehr zahlen sollen, was vor allem für die Geringverdiener unter den Freien bedeutet, dass sie sich die Arbeitslosenversicherung wohl kaum noch leisten können werden.

Zur Zeit beträgt der Beitrag 15,19 Euro und 17,89 Euro pro Monat, der Unterschied kommt durch die Ost- und die Westtarife zustande. Festgesetzt wird der Beitrag anhand des durchschnittlichen Entgeltes, was für die gesetzliche Rentenversicherung maßgeblich ist.
Darauf wird ein Betrag von 2,8 Prozent erhoben. Für den Freiberufler galt dies nur ähnlich, denn bei ihm wurden nur 25 Prozent der Bezugsgrenze berechnet.
Ab 2011 soll dann aber der volle Betrag gelten. Die Belastung wird um etwa 650 Euro pro Jahr steigen, pro Monat wird sie sich etwa vervierfachen.
Für Berufsanfänger wurde allerdings eine Übergangsfrist eingeräumt.
Im ersten Jahr der Gründung ihres eigenen kleinen Unternehmens wird der Beitrag zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung nur von der Hälfte der Bezugsgröße berechnet, damit ergibt sich „lediglich“ eine Verdoppelung des Beitrages im Vergleich zu dem bisher zu zahlenden Tarif.
Rund die Hälfte aller gemeldeten Selbstständigen und Freiberufler sind übrigens solche, die allein in ihrem Unternehmen tätig sind und auch keinen befristeten Mitarbeiter beschäftigen.
Der Grund für die Erhöhung liegt darin, dass die Regierung die Freiberufler und Selbstständigen nicht mehr besser stellen wollte, als einen Arbeitnehmer.
Dieser muss nämlich einen höheren Beitrag bei gleichem Verdienst zahlen, am Ende bekommen aber beide die gleichen Leistungen gewährt. Begrenzt ist dieser Versicherungsschutz übrigens auf die Freien, die bereits als Arbeitnehmer in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.
Allerdings gibt es auch Kritik aus der Politik, denn gründerfreundlich ist diese Regelung nun wirklich nicht.
Viele „alleinstehende“ Freiberufler haben Probleme damit, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und sehen der Erhöhung der Beiträge mit Schrecken entgegen.
Der Regierung wird unterstellt, sie verkenne die unternehmerischen Möglichkeiten im ersten Jahr der Gründung eines Unternehmens, wenn sie annehme, dass die Leute in der Lage wären, die so hohen Beiträge zu zahlen.
© lektorat.de Infosysteme – Powered by WordPress – Design: Vlad (aka Perun)